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Als Mazeration (lateinisch: macerare "einweichen") wird in der Präparationstechnik ein Verfahren bezeichnet, welches dazu dient Gewebe möglichst restlos von den Knochen zu entfernen, um ein Knochenpräparat anzufertigen.

Methoden

Um einen Knochen zu mazerieren ist es üblich ein Rohskelett anzufertigen, indem man die Haut, die Organe und alle Muskel-, Fett- und Bindegewebsanteile eines biologischen Objekts soweit entfernt, wie dies ohne Beschädigung des Knochens möglich ist. Durch eine manuelle Bearbeitung ist der Knochen jedoch nicht restlos von Gewebe zu befreien. Empfehlenswert ist es, die Rohskelettanteile (Kopf, Rumpf, Extremitäten) einzeln in s.g. Mazerationsbeuteln in eine Lösung zu geben, um Verwechslungen von Knochen auszuschließen und um kleine Knochen nicht zu verlieren. Ebenso ist es empfehlenswert die Wirbelsäule über den Rückenmarkskanal mit Draht zu verbinden, um die korrekte Reihenfolge zu erhalten.

Nun stehen dem Präparator mehrere Methoden zur Verfügung das Restgewebe zu entfernen:

Kaltwassermazeration

Als Kaltwassermazeration wird ein Verfahren bezeichnet, bei dem die Knochen in Wasser eingelegt werden und dort so lange verfaulen, bis der Knochen keine Gewebsreste mehr aufweist.

Warmwassermazeration

Bei der Warmwassermazeration ist es, wie bei der Kaltwassermazeration, die Fäulnis, die das Gewebe entfernt. Durch die Wärme des Wassers vollzieht sich dieser Prozess jedoch schneller und durch die Zugabe von Soda kann die Geruchsbelästigung der "kalten Methode" reduziert werden.

Chemische Mazeration

→ Hauptartikel: Chemische Mazeration

Die chemische Mazeration bedient sich Säuren und Laugen, um Gewebe am Knochen zu zersetzen. Gebräuchlich sind Chemikalien wie Kalilauge, doch diese Methode hat den Nachteil, dass die Chemikalien auch den Knochen selbst angreifen (können).

Enzymatische Mazeration

→ Hauptartikel: Enzymatische Mazeration

Das Restgewebe wird bei dieser Methode durch Enzyme zersetzt. Dieses Verfahren ist schonend für den Knochen, da die dafür verwendeten Verdauungsenzyme, die meist nur eine Substanz angreifen, den Knochen selbst nicht angreifen und zugleich handelt es sich um eine kostengünstige Variante, um schnell und zuverlässig zu mazerieren.

Biologische Verfahren

→ Hauptartikel: Biologische Mazerationsverfahren

Gerade bei sehr filigranen Skeletten eignen sich Kleinlebewesen wie Speckkäfer oder Fliegenmaden dazu das Restgewebe vom Knochen fressen zu lassen. Ein besonderer Vorteil dieser Methode ist, dass Speckkäfer die Bänder nicht angreifen, solange sie gut gefüttert sind.

Literatur

  • PIECHOCKI, R. / ALTNER, H.-J.: Makroskopische Präparationstechnik: Teil 1: Wirbeltiere. Gustav-Fischer, Jena, 5., überarbeitete und aktualisierte Auflage (1998), ISBN 978-3437351907.
  • SCHWERIN, S.: Anatomische Trocken-, Feucht- und Knochenpräparate. Springer-Medizin, Berlin/Heidelberg, 1952, ISBN 978-3662304662.
  • STEINMANN, W. F.: Makroskopische Präparationsmethoden in der Medizin. Thieme, Stuttgart/New York,1982, ISBN 978-3136239018.
  • TROXLER, M. / NIEDERKLOPFER, P.: Knochenpräparation: Handbuch für Praktiker. Romei AG, Rothenbrunnen, 2001, ISBN 978-3952224700.