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Ein Präparat (lateinisch: praeparatum „das Vor-, Zubereitete“) ist in der Naturkunde einschließlich der Humanmedizin ein Objekt, das durch entsprechende Verfahren zu Anschauungs-, Lehr-, Demonstrations- oder Forschungszwecken aufbereitet worden ist. Den Vorgang einer Präparateherstellung wird im allgemeinen als Präparation bezeichnet. Ein in diesem Zusammenhang exitierender Beruf ist der Präparator.[1]

Präparatarten

Abhängig davon welche biologische Struktur dargestellt und/oder welche Methode bei der Herstellung zur Anwendung kommt, werden unterschiedliche Begriffe zur Bezeichnung eines Präparats verwendet. Grundlegend werden die folgenden Arten unterschieden:

Injektions- und Korrosionspräparate

→ Hauptartikel: Injektionspräparat

Um den Verlauf von Gefäßen darstellen zu können, wurden verschiedene Verfahren entwickelt, welche es möglich machen, an einem biologischen Objekt die Gefäße hervorgehoben darzustellen. Diese Verfahren ermöglichen es zudem, ein Negativ der Gefäße anzufertigen, indem das umliegende Gewebe mittels Chemikalien aufgelöst.[2]

Feuchtpräparate

→ Hauptartikel: Feuchtpräparat

Biologische Objekte aller Art können und werden in Flüssigkeiten konserviert oder fixiert und aufbewahrt, um diese möglichst realitätsnah darstellen zu können. Gerade zu musealen Zwecken eignen sich diese Präparate besonders, da ein Feuchtpräparat in seinem Glas in einer Vitrine sehr lebensnah dargestellt werden kann.[3]

Aufhellungspräparate

→ Hauptartikel: Aufhellungspräparat

Eine besondere Form der Feucht- und Einbettungspräparate ist das Aufhellungspräparat. Hierbei werden durch bestimmte Verfahren Hohlorgansysteme durch anpassung des Brechungsindexes der umgebenen Substanz (Flüssigkeit oder Kunststoff), nach dem Aufhellen des biologischen Objekts, innere Strukturen durch das transparente Objekt sichtbar.[4]

Einbettungspräparate

→ Hauptartikel: Trockenpräparat

Ein Einbettungspräparat ist ein biologisches Objekt, welches zur Erhaltung in eine schützende Kunststoffhülle (überwiegend transparente Epoxidharze) eingegossen wurde.[5][6] Dieses Verfahren kann auch nach der Anwendung anderer Methoden durchgeführt werden. So kann man zum Beispiel Scheibenplastinate (organische Schnitte, welche plastiniert wurden, sind bruchanfällig) oder Korrosionspräparate (ebenfalls bruchanfällig) nach ihrer Anfertigung zum Schutz vor physikalischen Einflüssen (beispielsweise Druckbelastung) einbetten.

Trockenpräparate

→ Hauptartikel: Trockenpräparat

Derartige Präparate werden durch Trocknung erzeugt. Die wohl bekanntesten Trockenpräparate sind Mumien, aber auch Durchtränkungen mit Paraffin oder PEG führen zu Trockenpräparaten, da sie trocken gelagert werden können und keine sonstige Eigenbezeichnung besitzen.[7]

Knochen- und Mazerationspräparate

→ Hauptartikel: Knochenpräparat

Ein Knochenpräparat erzeugt man zur Darstellung einer Knochenstruktur. Hierbei werden chemische und biologische Verfahren und Vorgänge genutzt, um das umliegende Weichteilgewebe zu entfernen und so eine Ansicht der blanken Knochen zu ermöglichen. Ein Mazertionspräparat wird oft als Synonym für ein Knochenpräparat verwendet, hier wird jedoch speziell nach dem Herstellungsverfahren unterschieden. Dadurch wird auch manch anderes Präparat als Mazerationspräparat bezeichnet, weil es mazeriert[8] wurde, es muss sich jedoch nicht um ein Knochenpräparat handeln. Darüber hinaus werden nicht alle Knochenpräparate mazeriert, wodurch sie nicht unbedingt als Mazerationspräparat zu bezeichnen sind.

Faserpräparat

→ Hauptartikel: Faserpräparat

An einem Faserpräparat sind verschiedene Faserzüge und Kerngebiete innerhalb des Gehirns dargestellt.

Plastinate

→ Hauptartikel: Plastination

Ein Plastinat ist ein Präparat, welches nach erfolgreicher Fixierung und Präparation der darzustellenden Strukturen mit Hilfe von Kunststoff haltbar gemacht wird. Dabei wird der Kunststoff in das Gewebe selbst eingebracht, wodurch eine dauerhafte Haltbarkeit entsteht.

Histologische Präparate

→ Hauptartikel: Schnittpräparat

In der Histologie werden Gewebeschnitte angefertig und auf einen Objektträger gebracht, um diese unter einem Mikroskop zu begutachten. Meist werden spezielle chemische Prozesse angewandt, um die Schnitte zu färben und so eine differenzierte Darstellung der Gewebe zu ermöglichen.

Dermoplastiken

→ Hauptartikel: Dermoplastik

Zur Darstellung von Tieren in ihrer äusseren Form werden so genannte Bälge ihres Felles angefertigt. Diese Bälge werden daraufhin über naturgetreue Formen, die den anatomisch-physiologischen Körperbau möglichst exakt wiedergeben, gezogen, womit eine lebensgroße Darstellung der Tiere möglich ist.

Mikropräparate

→ Hauptartikel: Mikropräparate

Um Kleinstlebewesen, wie Insekten, unter dem Mikroskop betrachten und begutachten zu können, werden diese Lebewesen auf einem Objektträger in Kunststoff eingegossen. Auch hier wird von einem Präparat gesprochen.[9]

Kursleichen

→ Hauptartikel: Kursleichen

Für chirurgische und anatomische Aus- und Weiterbildungen in der Human- und Zahnmedizin, sowie für veterinärmedizinische Ausbildungszwecke werden vollständige menschliche oder tierische Körper fixiert und daraufhin in entsprechenden Kursen zur Präparation bereitgestellt. Derartige Kursleichen sind in der Human- und Zahnmedizin nur aufgrund von Körperspendern möglich.[10] Auch in der Pathologie und Rechtsmedizin wird im Zusammenhang mit einer Sektion bzw. Obduktion von einer Präparation gesprochen.

Literatur

  • PIECHOCKI, R. / ALTNER, H.-J.: Makroskopische Präparationstechnik: Teil 1: Wirbeltiere. Gustav-Fischer, Jena, 5., überarbeitete und aktualisierte Auflage (1998), ISBN 978-3437351907.
  • ERMOCIDA, E.: Lehrbuch für pathologische, anatomische Trocken- und Feuchtpräparate. Neukomm Caduff A. E., Bern, 1962.
  • SCHWERIN, S.: Anatomische Trocken-, Feucht- und Knochenpräparate. Springer-Medizin, Berlin/Heidelberg, 1952, ISBN 978-3662304662.
  • STEINMANN, W. F.: Makroskopische Präparationsmethoden in der Medizin. Thieme, Stuttgart/New York,1982, ISBN 978-3136239018.


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Berufsprofil des Präparators auf praeparation.de- Abgerufen am 26. Nobember 2015
  2. CORDES, J.: Korrosionstechnik In: Der Präparator Ausgabe 1 von 1989, S. 21-29.
  3. MEIER, C. / WECHSLER, K.: Nass-Sammlungen: Gegenwärtiger Stand der Kenntnisse. In: Der Präparator 2011, S. 88-95.
  4. SPALTEHOLZ, W.: Über das Durchsichtigmachen von menschlichen und tierischen Präparaten und seine theoretischen Bedingungen: nebst Anhang: Über Knochenfärbung. Hirzel, Leipzig, 2., erweiterte Auflage (1914), ISBN unbekannt.
  5. PIECHOCKI, R. / ALTNER, H.-J.: Makroskopische Präparationstechnik: Teil 1: Wirbeltiere. Gustav-Fischer, Jena, 5., überarbeitete und aktualisierte Auflage (1998), ISBN 978-3437351907.
  6. DRENHAUS, U. / JUNGO, F. / RAGER, G.: Eingießen von Hirnscheiben mit Beracryl Dur Fo 127. In: Der Präparator Ausgabe 2 von 1998, S. 55-59.
  7. SCHWERIN, S.: Anatomische Trocken-, Feucht- und Knochenpräparate. Springer-Medizin, Berlin/Heidelberg, 1952, ISBN 978-3662304662.
  8. KÜHNEL, W.: Taschenatlas Histologie. Thieme, Stuttgart/New York, 13. aktualisierte und erweiterte Auflage (2014), ISBN 978-3133486132, S. 2.
  9. GÜTEBIER, T: Schadenserfassung, Pflegeplan und Pflege von Mikropräparaten der Typensammlung des Göteborger Naturhistorischen Museums. In: Der Präparator Ausgabe 2011, S. 66-87.
  10. Präparierkurs: Grundlage ärztlichen Handelns auf Ärzteblatt.de - Abgerufen am 26. November 2015

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